Wenn der Müll ein wichtiger Teil des Inselkreislaufs wird

In den kommenden Jahren wird Samsø eine Modellgemeinschaft für die Kreation eines umweltfreundlichen Kreises mit einer nachhaltigen Landwirtschaftsindustrie sein, bei dem sogar Müll genutzt werden wird, um erneuerbare Energien zu erzeugen

 
In der Zukunft wird Müll nicht nur Müll auf Samsø sein. Von jetzt an werden Essenreste wie Abfallernte und Gras eine wichtige Rolle spielen, wenn sich die Bio-Gemeinschaftsprojekte entwickeln. Zusammengefasst kann gesagt werden, dass die Idee dieses Projekts ist, dass die Inselressourcen immer und immer wieder genutzt werden, als Teil eines großen Kreislaufs mit einem Minimum an Verlust:

„Wir müssen unsere Anbaumethoden von stickstoffhaltigen Pflanzen verbessern, um zu verhindern, dass sie in der Atmosphäre als CO2 absorbiert werden. Zusätzlich müssen wir mehr einheimische Produkte essen und unseren Biomüll in Treibstoff und Dünger umwandeln“, sagt der Biologe Gunnar Hald Mikkelsen, Projekt Manager bei Biosamfund Samsø.

Einheimisches Benzin für die Fähre
Der zentrale Punkt dieses Projekts ist eine neue Biogas-Anlage, die laut Plan im Jahr 2018 in Samsø fertiggestellt werden soll. Die Anlage kann dann Biomüll wie Essens- und Pflanzenreste, Abwasser und Schlicker in erneuerbare Energien in Form von Biogas umwandeln. Im besten Stil eines Kreislaufs wird dieses Gas genutzt, um die Fähre Prinsesse Isabelle, die zwischen Samsø und Jütland fährt, zu betreiben. Es ist wichtig, dass das „Futter“ für die Anlage – und dementsprechend auch für die Fähre –von den Feldern und Mülleimern der Inselbewohner kommt, um den vollen Effekt des Kreislaufes ausnutzen. Hinzu kommt noch ein Vorteil der Biogas-Anlage: die gesamte Menge dieses „Futters“, das von der Biogas-Anlage nicht genutzt werden wird, geht dann als Dünger auf die Felder zurück. So wird ein perfekter Kreislauf kreiert.

Drei Pilotprojekte im Betrieb
Zu Beginn wird sich Biosamfund Samsø auf drei Pilotprojekte konzentrieren, alle mit Start im Jahr 2017. Ein Projekt konzentriert sich darauf, die perfekte Kombination von stickstoffhaltigen Nutzpflanzen zu finden, die auch Qualitätsfutter für die Biogasanlage liefern können. Ein zweites Projekt findet auf dem Golfplatz der Insel statt. Alles ge mähte Gras von dem gepflegten Golfgrün wird in die Biogas-Anlage geschickt, die dann daraus Biogas macht und den Rest als Dünger dem Golfplatz zurückgibt. Das Dritte Projekt konzentriert sich darauf, lokale Dünger für einen Biobauernhof zu sichern, teilweise durch Streuung von kompostiertem Gartenabfall auf dem Feld und teilweise indem Reihen von rotem Klee zwischen dem Gemüse gepflanzt werden. Die Kleereihen werden später abgemäht und sofort über das Gemüse als Dünger verteilt.

Eine tolle Abfall-Perspektive
Wie ich zuvor erwähnte, ist die tolle Vision des Biosamfund Samsø Projekts die Kreation eines Kreislaufs, indem die Inselressourcen immer weiter recycelt werden und die Landwirtschaft der Insel zu nachhaltigem Anbau und Abfall umstrukturiert wird und Abfall als natürlicher Teil dieses Vorgangs in den Kreislauf eintritt. Projekt Manager Gunnar ist jedoch nicht überzeugt davon, dass Samsø in naher Zukunft eine Kreislaufrevolution sehen wird.

„Ich habe das Gefühl, dass viele Menschen auf Samsø das wirklich wollen, aber es wäre unrealistisch zu glauben, dass alles auf einmal passiert. Zu Beginn müssen wir uns darauf konzentrieren, neue Anbaumethoden zu testen und einheimischen Bauern zu zeigen, dass es profitabel sein kann, ihre Landwirtschaftsmethoden zu ändern. Dann geht es darum, zukünftig ausreichendes Futter für die Biogas-Anlage zu sichern, die Biogas für die Fähre liefern soll, das aus Abwasser, Haushaltsmüll und Abfallprodukten aus der Landwirtschaft bestehen soll.“

Auf lange Sicht könnte es wichtige Perspektiven geben, die sich auf Abfall-Reststoffe konzentrieren. Gunnar sagt: „Mit der Zeit ist es machbar, dass eine ganze Industrie auf Samsø auf Abfallprodukten und deren wertvollen Inhaltsstoffen aufbauen wird. Zum Beispiel wissen wir, dass Kohl einige wirkungsvolle Wirkstoffe gegen Darmkrebs enthält. Wenn es möglich wäre, solche Wirkstoffe aus Kohlabfällen zu extrahieren, dann würde dieser Abfall plötzlich an Interesse in der Pharmaindustrie gewinnen.“

Last updated: 03. Apr. 2017 10:17

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