Auf Samsø haben wir viel Zeit

Iben Corfixsen und Kasper Sørensen haben ihren hektischen Alltag in Kopenhagen mit einem ruhigen Inselleben auf dem Lande in Kolby ausgetauscht. Hier haben sie Zeit und Platz, um ihre Träume zu verwirklichen.

 
„Unser Plan ist, dass alles hier in fünf Jahren essbar ist“, erzählt Kaper Sørensen während wir uns durch ein wildwachsendes Stück des 3000m² großen Gartens bewegen. Hier dürfen Gras und Büsche sich frei entfalten. Einzelne Pfade auf der Grasfläche sind jedoch gemäht.

Der Garten ist einer von vielen Vorteilen bei dem Haus in Kolby, in das Kasper und seine Partnerin Iben und Sohn Jarvis (19 Monate alt) eingezogen sind. In einem mehr gepflegten Teil des Gartens steht ein halbfertiges Treibhaus und in naher Zukunft sollen hier auch Wachteln, Hühner und Kaninchen leben. Auf Sicht ist ein Anbau geplant, der als Orangerie für mehr exotische Pflanzen dienen soll. „Wir haben Pläne für die nächsten 10 Jahre“, schwärmt Kasper.

Gute Nachbarschaft
Im September 2017 zog das Paar von Kopenhagen auf die Insel Samsø. Zu dem Zeitpunkt hatten die beiden schon einige Monate einen Umzug aufs Land erwogen. Jarvis konnte altersmäßig in eine Kindertagesstätte kommen und selbst wünschten sie sich etwas mehr Platz um sich herum.

Eine Zeit lang war auch ein schwedischer Einödhof in ihrer Erwägung, doch letzten Endes wählten die beiden Samsø. Hier konnten sie ein preiswertes Haus erwerben und Iben fand einen Job als Friseur in Tranebjerg. Kasper hatte zu Anfang keine Arbeit in Aussicht, rechnete aber damit, dass seine handwerkliche Erfahrung und seine Ausbildung als Landschaftsarchitekt irgendwo gefragt sein könnten.

„Wären wir einfach irgendwo aufs Land gezogen, dann war man sicherlich als normaler Neubürger betrachtet worden. Auf einer Insel hingegen ist man mehr auf Gegenseitigkeit angewiesen und das war uns mehr sympathisch“ erinnert Kasper sich. „Zudem erhofften wir ein gutes Umfeld und das haben wir hier vorgefunden. Auf Samsø spricht man miteinander – jung und alt. In einer Großstadt wie Kopenhagen tut man das nicht. Da spricht man vornehmlich mit Leuten, die einem gleichen – wenn überhaupt Zeit ist, sich mit jemandem zu unterhalten“ ergänzt Iben.

Zeit
Zeit war ein Faktor, von dem Iben und Kasper sich mehr durch den Umzug erhofften. Das traf in vollem Umfang zu, insbesondere jetzt, wo Iben ihren eigenen Friseursalon im Haus eröffnet hat.

„In Kopenhagen waren wir immer in Zeitnot und wir fühlten, oft auf etwas verzichten zu müssen. Jetzt sparen wir täglich schon eine Menge Zeit, die wir früher für Transport benötigten. Zudem kann ich die Zeit, in der ich hier nicht arbeite, weil keine Kundschaft da ist, praktisch im Hause nutzen oder aber den Sohn früher aus der KiTa abholen“ sagt Iben.

Auch Kasper, der eine Stellung als Sachbearbeiter im technischen Bereich der Gemeindeverwaltung bekommen hat, findet, dass er mehr Freizeit seit dem Umzug nach Samsø zur Verfügung hat. Zeit, die man u.a. für eigene Projekte nutzen kann.

„Wir fühlen, dass wir es uns hier erlauben können zu träumen. Wenn wir wollen, können wir anbauen und wir können Tiere halten. Generell fühlen wir, dass wir hier einfach freier sind. Auch die Verwandten sehen wir auf eine andere Weise. Früher konnte das Zusammensein und Familienbesuche etwas langweilig sein, weil man die meiste Zeit am Kaffeetisch verbrachte. Wenn wir jetzt Besuch bekommen, ist das mit Übernachtung und es ist einfach eine ganz andere Atmosphäre, von der unser Zusammensein prägt wird.

Die schöne Winterzeit
Iben und Kasper zogen nach Samsø als der Sommer zur Neige ging und die dunkle Jahreszeit bevorstand. Doch die Dunkelheit und die Wintertage mit wenig Touristen hat sie nicht abgeschreckt. Ganz im Gegenteil: „Es war einfach phantastisch, den ersten Winter auf der Insel zu verbringen. Hier sahen wir unzählige Sterne und erlebten Ruhe und Frieden“, lächelt Kasper.

Insgesamt genießen sie ihr Leben auf Samsø in vollen Zügen. „Wir denken nicht darüber nach, ob wir anderswo wohnen könnten. Samsø ist unser Zuhause“ sagt Kasper und Iben ergänzt: „Ja, es ist genau das Richtige für uns. Und wir haben bemerkt, dass wir nach einem Aufenthalt in Kopenhagen etwas unzufrieden waren. Wir hatten das Gefühl, als ob wir unsere Zeit vergeudeten und wir einfach zurück nach Samsø wollten“.

Last updated: 02. Mai. 2019 09:17

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